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Zahlen und Daten

Hoher Anteil Erwachsener mit einer beruflichen Ausbildung oder Hochschulreife

Aufgrund des ausgebauten Systems allgemein bildender und beruflicher Bildungsgänge in Deutschland ist der Anteil der Bevölkerung, die mindestens über einen Abschluss des Sekundarbereichs II verfügt, mit 84% gegenüber dem OECD-Durchschnitt mit 70% sehr hoch. Die höchsten Anteile erreichen die Tschechische Republik (91%), Estland (89%), die Russische Föderation und die USA (je 88%). Eine Stärke des deutschen Bildungssystems liegt im System der dualen Berufsausbildung. 60% der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter weist mindestens einen Abschluss im Sekundarbereich auf, 24% im Tertiärbereich (Hochschul-, Fachschul- und Meisterabschlüsse). Das entspricht im Tertiärbereich in Europa genau dem Durchschnitt, während im OECD-Mittel 27% erreicht werden. Im Sekundarbereich wird europaweit nur eine Quote von 47%, OECD-weit sogar nur 43% erreicht. Hohe Quoten weist Deutschland auch in ISCED 4 auf, d.h. bei Doppelqualifikationen im Sekundarbereich (z.B. Abitur plus beruflicher Abschluss oder zwei berufliche Abschlüsse). Entsprechend liegt der arbeitsmarktpolitisch besonders problematische Anteil von Personen ohne beruflichen oder höheren Schulabschluss mit 16% in Deutschland nur etwa bei der Hälfte des OECD- oder EU-Durchschnitts von 30% bzw. 29%.

Diese Quote gilt es weiter zu senken, insbesondere dadurch, dass allen Jugendlichen, gerade auch den leistungsschwächeren, eine Chance auf einen Abschluss in der beruflichen Bildung eröffnet wird. Aus diesem Grund haben Bund und Länder sich auf dem Qualifizierungsgipfel im Oktober 2008 darauf verständigt, bis 2015 den Anteil der Schul- und Ausbildungsabbrecher zu halbieren und hierfür verschiedene Maßnahmen vereinbart.

Die Länder haben beschlossen, eine Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler zu entwickeln. Im Hinblick auf den Übergang in eine berufliche Ausbildung setzen die Länder bereits in der Sekundarstufe I auf die Kooperation mit Betrieben und den Arbeitsagenturen. Besonders sollen hierbei die jungen Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte gefördert werden. Der Bund engagiert sich u.a. durch die Förderung vertiefter Berufsorientierung an Schulen und an überbetrieblichen Berufsbildungsstätten mit den Instrumenten der Berufsvorbereitung der Bundesagentur für Arbeit sowie durch strukturell angelegte Maßnahmen zur Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf.

Handlungsbedarf besteht nach wie vor bei den Hochschulabschlüssen, bei welchen Deutschland mit einem Anteil von 16% bei den 25- bis 64-Jährigen noch unter den internationalen Vergleichswerten von OECD (20%) und EU (18%) liegt. Die höchsten Anteile erreichen Norwegen (32%), die USA (31%) und die Niederlande (29%). Die zunehmende Umstellung auf die gestufte Studiengangstruktur wird voraussichtlich auch in Deutschland dazu führen, dass mehr junge Menschen ein Hochschulstudium früher erfolgreich abschließen und die Zahl der Studienabbrecher weiter zurückgeht.

 

Abschlüsse im Tertiärbereich sind gestiegen, Spitzenstellung bei Promotionen

In Deutschland hat sich die Anzahl der jungen Menschen, die einen Hochschulabschluss erwerben, erfreulich entwickelt. Hatten 1995 erst 14% eines Altersjahrgangs einen Abschluss im Tertiärbereich A (Universitäts- oder Fachhochschulstudium) erworben, waren es im Jahr 2000 bereits 18% und im Jahr 2007 23%.

Abschlussquten im Tertiärbereich in den Jahren 1995, 2000 und 2007 (Erstabschluss)

Das OECD-Mittel hat sich im gleichen Zeitraum von 20% auf 39% erhöht. Niedrigere Werte als Deutschland verzeichnen nur Österreich mit 22% und die Türkei (18%). Die Länder mit den höchsten Anteilen sind Finnland, Polen und Island mit um oder über 50%. Dabei ist allerdings zum Einen zu beachten, dass die aktuell angestiegenen Zahlen bei den Studienanfängern in Deutschland sich erst in einigen Jahren in einer entsprechenden Erhöhung bei den Abschlüssen niederschlagen werden. Zum Anderen werden in Deutschland viele höhere Qualifikationen traditionell im System der beruflichen Ausbildung – insbesondere im ISCED 5B-Bereich (Fachschulen, Meisterausbildung) - erworben, die in anderen Staaten an Hochschulen (ISCED 5A) vermittelt werden. Die berufliche Bildung in Unternehmen und Schulen ist eine tragende Säule des deutschen Bildungssystems.

Für die Sicherung des steigenden Bedarfs an hochqualifizierten Fachkräften und damit der künftigen Innovationsfähigkeit ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses von hoher Bedeutung. Deutschland ist hier gut aufgestellt: Es hält bei den Absolventen weiterführender Forschungsprogramme (i.d.R. Promotionen) eine Spitzenstellung: 2,3% eines Altersjahrgangs erlangen einen solchen Abschluss. Lediglich Portugal (3,7%), Schweden und die Schweiz (je 3,3%) sowie Finnland (2,9%) erreichen höhere Werte. Das OECD-Mittel liegt bei 1,5%. Das Ergebnis zeigt, dass in Deutschland auf höchstem Niveau geforscht und gelehrt wird. Die Bundesregierung fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs durch eine Reihe von Maßnahmen im Rahmen der Programm- und Projektförderung sowie in erheblichem Umfang durch ihre institutionelle Förderung von Wissenschafts- und Mittlerorganisationen. Einen Überblick zur Nachwuchsförderung in Deutschland und über Reformmaßnahmen zu deren weiterer Verbesserung gibt der Bundesbericht zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (BuWiN).

 

(Auszüge aus: OECD-Veröffentlichung “Bildung auf einen Blick” - Wesentliche Aussagen in der Ausgabe 2009. Bundesministerium für Bildung und Forschung/ Kultusministerkonferenz, 2010)
 

 
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