DEQA-VET: „TTV – pädagogisches Handwerkszeug und Unterstützung für Ausbilder/innen beim Lehren und Lernen in der beruflichen Bildung.”

„TTV – pädagogisches Handwerkszeug und Unterstützung für Ausbilder/innen beim Lehren und Lernen in der beruflichen Bildung.”

Die Qualität der Lehr- und Lernprozesse

Das Kernthema des Leonardo da Vinci-Projekts TTV* aus dem Förderbereich Innovationstransfer ist die Qualität des Lehr- und Lernprozesses in der beruflichen Ausbildung im Handwerk.

Der Prozess des Lehrens und Lernens ist ein Schlüsselprozess – sowohl in der betrieblichen als auch in der überbetrieblichen Ausbildung. Die Qualität der Lernergebnisse und die persönliche und berufliche Entwicklung der Auszubildenden werden wesentlich von den konkreten Interaktionen zwischen den Auszubildenden und ihren Ausbildern und Ausbilderinnen** sowie den sie umgebenden Rahmenbedingungen und Lebenswelten bestimmt. Insofern unterscheidet sich das Lernen im Handwerksbetrieb nicht vom Lernen in der Schule.

Die Handwerkskammer Freiburg hat es sich im hier dargestellten Projekt zur Aufgabe gemacht, das Lernen und Lehren im Handwerk in den Fokus zu nehmen, und weiter zu entwickeln und abzusichern.

Dies geschieht auf mehreren Ebenen und in unterschiedlichen Kontexten:

Transnationaler Transfer

Erkenntnisse, Ansätze, Methoden und „Good-Practice-Beispiele“, die aus vorhergehenden Projekten resultieren an denen die Handwerkskammer Freiburg in den vergangenen Jahren beteiligt war, werden in drei europäische Partnerländer (Italien, Spanien, Rumänien) transferiert. Sie leisten dort einen Beitrag zur individuellen und „sektoralen“ Unterstützung von Ausbildern bei ihrer Arbeit mit Auszubildenden. Darüber hinaus stärken sie die Organisationsentwicklung der am Projekt beteiligten Institutionen im Hinblick auf verschiedene für den Lehr- und Lernprozess wichtige Themen. Transferiert und angepasst werden z. B.

  •  Hintergrundmaterialien und Leitfäden zu Themen, die für Ausbilderinnen in Deutschland entwickelt worden waren,

  • Arbeitsblätter zur Reflexion der eigenen Praxis und zur Selbstbeobachtung im Lehr- Lernprozess mit den Azubis,

  • Materialien zum Verständnis und zur Unterstützung von Coaching-Ansätzen mit Ausbildern und den damit gemachten Erfahrungen im deutschen Kontext

  • sowie Materialien, die Informationen zu bildungspädagogischen Ansätzen und zur Institutionsentwicklung bieten.

Durch eine Befragung von Ausbildern in allen vier beteiligten Partnerländern wurde in der ersten Phase des Projekts eine gemeinsame Grundlage für den Transfer geschaffen. Gleichzeitig gewann man Einblicke in den Ausbilder-Alltag. Die Befragungsergebnisse verdeutlichen die verschiedenen Bedarfe und Themen in den vier Ländern sowie den Einfluss der unterschiedlichen bildungs- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen auf die jeweilige Situation der Ausbildungszentren und den Ausbildungsalltag. Die Ausbilder und Ausbilderinnen nennen Länder übergreifend dieselben oder ähnliche Themen, wie z.B. den Wandel des Selbstverständnisses von Ausbildern oder den Umgang mit bestimmten schwierigen Situationen in der Ausbildung und die Interaktion mit den Auszubildenden. Darüber hinaus zeigen sie, wie Ausbilder bestimmte Ansätze aus der Bildungsdiskussion bewerten.
Derzeit laufen in unterschiedlichen Gewerken der Partnerländer Erkundungen der Ausbildungsprozesse durch teilnehmende Hospitationen. Themen und Bedarfe der Ausbilder werden über diesen Weg identifiziert und Ausbildungspraxis wird dokumentiert. Interessierte Ausbilder können auf eine Unterstützung in Form eines den Alltag begleitenden Coachings zurückgreifen, das mit ihnen gemeinsam gestaltet und ausgewertet wird. In diesem Zusammenhang werden die Transfermaterialien angepasst und eingesetzt.
 

Der Projekt-Schwerpunkt in Deutschland

Neben der oben beschriebenen transnationalen Komponente hat das Projekt einen eigenen Schwerpunkt im deutschen Kontext. Bei diesem handelt es sich um die Entwicklung eines Konzepts zur Sicherung der Qualität des Lehrens und Lernens in der Ausbildung und um dessen Erprobung und Umsetzung.

Ziel ist es, Instrumente zu erarbeiten, die einer Reflexion der Qualität der Ausbildungssituation dienen sowie innovative Ansätze und Methoden für das Lehren und Lernen vorstellen.  
 

Dokumentation und Verbreitung der Ergebnisse

In einem übergeordneten Teil des Projekts werden Schritte für die Verankerung eines Unterstützungssystems für Ausbilder eingeleitet: - in den Gewerbeakademien der Handwerkskammer bzw. in den Ausbildungszentren der Partner, - in der Region (durch die Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Betrieben und anderen Partnerorganisationen) – und auf landespolitischer Ebene.

Es wird ein Vorschlag für die weitere (kontinuierliche) Unterstützung der Ausbilderinnen erarbeitet und es werden Empfehlungen für die regionale Politik und die Landespolitik formuliert, die dabei helfen sollen, die Unterstützung auf regional- und landespolitischer Ebene zu verankern und abzusichern.

Geplant ist, die im Projektverlauf gewonnenen Erkenntnisse in Form von nationalen und transnationalen Berichten zu dokumentieren. Der für die Qualitätssicherung des Lehrens und Lernens erarbeitete Ansatz wird interessierten Ausbildungszentren und Kammern zur Verfügung gestellt. Schließlich werden die Schritte und Ergebnisse des Projekts in einem Abschlussbericht dokumentiert und zusammengefasst. Durch die Zusammenführung und Auswertung der Ergebnisse aus allen vier Ländern leistet das Projekt einen Beitrag zu EQAVET.

In welcher Form der Schlussbericht und die entwickelten Materialien veröffentlicht werden ist derzeit noch nicht entschieden.


Die Projektdauer: 1. Oktober 2012 bis 30. September 2013

Die beteiligten Partnerorganisationen

1. Die Handwerkskammer in Freiburg (DE),

2. IRIS e.V. in Tübingen (DE), ein universitätsnahes Sozialforschungsinstitut,

3. AREA in Valencia (ES), ein Sozialforschungsinstitut, 4. die Fundacion Pascual Tomas in Valencia (ES), ein Ausbildungszentrum für junge Menschen,

5. GENESIS in Bologna (IT), eine Einrichtung, die junge Menschen bei der Existenzgründung unterstützt, 6. das CPFP (Centro Proviniciale di Formazione Professionale Societa Consortile) in Ravenna (IT), ein Ausbildungszentrum für junge Menschen, insbesondere mit niedrigen Bildungsvoraussetzungen und
 7. SOLARIS in Pitesti (RO), eine Ausbildungseinrichtung für junge Menschen.


*  Die vollständige Projektbezeichnung heißt "Pädagogisches Handwerkszeug und Unterstützung für Ausbilder/innen beim Lehren und Lernen in der beruflichen Bildung.“

Der englische Titel des Projekts lautet „TTV - Tools of the trade for teaching in VET (= vocational educational training).“

**Aufgrund der besseren Lesbarkeit werden nicht immer beide Geschlechter genannt.


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