DEQA-VET: Qualitätsentwicklung an berufsbildenden Schulen in Sachsen

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Qualitätsentwicklung an berufsbildenden Schulen in Sachsen

Was ist der Hintergrund der Qualitätsentwicklung in Sachsen?

Die Qualitätssicherung und -entwicklung bezieht sich auf den Kreislauf des Qualitätsmanagements an der Schule, in welchem Selbstbeobachtung, Zielsetzung und Maßnahmenplanung aufeinander bezogen werden. In einer lernenden Organisation sollte die Qualität der eigenen Arbeit permanent überwacht, gesichert und verbessert werden. Qualitätsüberwachung (interne Evaluation) und Qualitätssteuerung (Schulprogrammarbeit) sind deshalb zentrale Begriffe der Schulentwicklung geworden. Die Arbeit an der eigenen Qualität sollte dabei immer an den Ergebnissen (als Maßstab der Bewertung) ausgerichtet sein (Effektivitätsorientierung).¹

Durch die Einbeziehung aller Ebenen schulischer Aufgaben wie der Unterrichtsentwicklung, der Personalentwicklung und der Organisationsentwicklung wird maßgeblich zur Entwicklung der Schule beigetragen. Die Beschreibung schulischer Qualität ist in der sächsischen Kriterienbeschreibung festgehalten. Sie benennt den Schulen Ziele und gibt eine inhaltliche Orientierung, wonach die schulische Arbeit und damit die schulische Qualitätsentwicklung ausgerichtet werden kann. Dabei werden die Bereiche schulischer Arbeit fokussiert, die im Verantwortungsbereich des Handelns an der einzelnen Schule liegen. Das sind die Qualitätsbereiche "Lehren und Lernen", "Schulkultur", "Management und Führung", "Kooperation" und "Entwicklung der Professionalität", die Prozesse abbilden, die in der Schule stattfinden. Der Bereich Ergebnisse verdeutlicht das Resultat der schulischen Prozesse. Bildungsqualität vollständig abzubilden ist die Aufgabe des zugrundeliegenden Rahmenmodells schulischer Qualität (s. Abb. 1), welches als Bedingungs-Prozess-Auswirkungs-Modell angenommene Wirkungszusammenhänge verdeutlicht, die für das Zustandekommen schulischer Qualität maßgeblich sind.

Was sind die Schritte und Bestandteile des sächsischen Qualitätskreislaufes?

Der Qualitätskreislauf (s. Abb. 2) basiert auf vier wesentlichen Schritten:

  1. Zielvereinbarungen zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und Sport (SMK) und der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) bzw. dem Sächsischen Bildungsinstitut (SBI) bzw. zwischen der Sächsischen Bildungsagentur und der Einzelschule, sowie innerhalb der jeweiligen Organisationseinheiten.
  2. Planen und Umsetzen der Maßnahmen.
  3. Evaluation der Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen und somit Überprüfung der Zielerreichung.
  4. Aus- und Bewerten der Evaluationsergebnisse, Ziehen von Schlussfolgerungen.²

Schulprogrammarbeit

Das Schulprogramm sollte pädagogische, didaktische und schulorganisatorische Grundsätze zur Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrages erhalten. Damit Schulprogramme entwicklungsfördernd sind, müssen sie in der Schule eine breite Zustimmung finden und strukturellen und inhaltlichen Anforderungen genügen. Es sollten alle Schritte der Organisationsentwicklung durchlaufen und dokumentiert werden: Bestimmung der Ausgangssituation, der Ziele, der Maßnahmen und der Verfahren zu ihrer Überprüfung. Zeitschienen und Verantwortliche sollten bestimmt werden. Die Qualität der inhaltlichen und textlichen Ausarbeitung sollte das Gelingen der Schulentwicklung gewährleisten können. Dazu muss eine innere Konsistenz, d. h. ein Zusammenhang zwischen Diagnose und Entwicklungsplanung, ein hoher Konkretisierungsgrad und eine (didaktisch und erzieherisch) konzeptionelle Fundierung vorliegen.

Effektivitätsorientierung

Effektivitätsorientierung gewährleistet, dass auf Schulebene systematisch die Lernfortschritte der Schüler beobachtet werden. Eine gemeinsame Kultur der Bewertungen der Lernergebnisse der Schüler ist eine wichtige Bedingung für die Qualitätsarbeit. Damit wird sichergestellt, dass sich die schulische Qualitätsarbeit am Lernerfolg der Schüler orientiert.

Interne Evaluation

Neben der Konzeptionierung der Arbeit führen die berufsbildenden Schulen jährlich eine interne Evaluation durch. Im Prozess der internen Evaluation werden von der Schule eigenverantwortliche Untersuchungen angestellt, aus denen Erkenntnisse über die Schule gewonnen werden. Durch interne Evaluation wird die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung bewertet. Für jegliche Form der internen Evaluation gilt, dass sie systematisch stattfinden und mit dem Schulprogramm bzw. schulischen Entwicklungsvorhaben in Zusammenhang stehen sollte. Zudem sollten dem Gegenstand angemessene Methoden und Instrumente gewählt werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte legt die Schule selbst fest.

Externe Evaluation

Alle fünf Jahre wird die interne Evaluation durch eine externe Evaluation ergänzt. Der Ablauf des externen Evaluationsverfahrens an berufsbildenden Schulen ist in folgende Schritte gegliedert:

  1. Kontaktgespräch mit Schulrundgang
  2. Schriftliche Befragung von Schülern, Eltern, Lehrern und Ausbildungspartnern
  3. Dokumentenanalyse
  4. Schulbesuch: Auftaktgespräch des Schulbesuches, Schulleiterinterview, Unterrichtsbeobachtung, Gespräche mit Lehrern, Schülern, Eltern und Ausbildungspartnern, Feedbackgespräch
  5. Präsentation der Ergebnisse und Übergabe des Berichtes

Inhaltlich bezieht sich die externe Evaluation auf die sechs Qualitätsbereiche, Lehren und Lernen, Schulkultur, Management und Führung, Kooperation, Entwicklung der Professionalität sowie Ergebnisse. Im Rahmen des Qualitätsbereiches Management und Führung werden die schulischen Prozesse zur Qualitätssicherung und -entwicklung: Schulprogrammarbeit, interne Evaluation und Effektivitätsorientierung bewertet.

Zielvereinbarungen

Institutionelle Zielvereinbarungen, also die Vereinbarung verbindlicher Ziele zwischen Organisationseinheiten (z. B. zwischen der Sächsischen Bildungsagentur und einer einzelnen Schule) sind Kernbestandteil des neuen Modells der Steuerung schulischer Qualität. Ziel der neuen Steuerung über Zielvereinbarungen ist es, die Eigenverantwortung von Schule zu stärken.

Wer unterstützt die Schulen in Sachsen? - Unterstützungssystem Schulentwicklung

Die Sächsische Bildungsagentur ist als mittlere Schulaufsicht für die Kontrolle, aber auch für die Beratung und die Unterstützung der Schulen (s. Abb. 3) zuständig. Sie trägt die Verantwortung für das Personalmanagement.

Das Sächsische Bildungsinstitut ist konzeptionell zu unterschiedlichen bildungs- und schulpolitischen Schwerpunkten tätig und unterstützt somit die Qualitätsentwicklung sächsischer Schulen.

Dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus obliegt die strategische Steuerung im sächsischen Bildungswesen.

(Quelle: Anne-Kerstin Mildner; Sächsisches Bildungsinstitut)

¹ (vgl. Broschüre: Schulische Qualität im Freistaat Sachsen: Kriterienbeschreibung, S.26)
² (vgl. Broschüre: Zielvereinbarung im Sächsischen Schulsystem - Handreichung für Schulen und Schulaufsicht im Freistaat Sachsen, S. 4)


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Kontakt

Sächsisches Bildungsinstitut (SBI)

  • Catrin Kühne
  • Dresdner Straße 78c
  • 01445 Radebeul
  • Telefonnummer: +49 (0)3 51 8324-319
  • Faxnummer: +49 (0)3 51 8324-395
  • E-Mail#NAME?: Catrin.Kuehne@sbi.smk.sachsen.de
  • Homepage: http://www.sachsen-macht-schule.de/sbi/index.htm
 
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