Qualitätssicherung der Berufsbildung

Der zunehmend spürbare Mangel an Fachkräften auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt macht es notwendig, sich mit den anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf eine gemeinsame Kultur der Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung zu verständigen. Die Kommission und der Rat legten mit der Empfehlung zum Europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQAVET) im Juni 2009 hierzu die Grundlagen. Diese Empfehlung beinhaltet kein spezifisches Qualitätsmodell, sie beschreibt vielmehr Kriterien, den Zyklus für einen systematischen Qualitätssicherungsprozess sowie Referenzindikatoren, mit deren Hilfe nationale Maßnahmen zur Qualitätssicherung wie auch denen von Anbietern beruflicher Aus- und Weiterbildung geplant, durchgeführt, gemessen und optimiert werden können. In diesem Prozess werden der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) , der Europäische Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQAVET), das EU-Programm für Lebenslanges Lernen (PLL) und das europäische Netzwerk für Qualitätssicherung in der Berufsbildung [EQAVET](1) verbunden. Im Zuge der Gründung des Netzwerkes ENQA-VET, die 2005 unter Mitwirkung eines Großteils der Mitgliedstaaten erfolgte [und 2010 durch das Netzwerk EQAVET abgelöst wurde](1), entstand auch die Deutsche Referenzstelle für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung (DEQA-VET). Diese wurde im August 2008 beim Bundesinstitut für berufliche Bildung angesiedelt. War die Einrichtung einer Referenzstelle bis 2010 für die Mitgliedsstaaten fakultativ, so ist sie nun mit der neuen EQAVET-Recommendation für die Mitgliedsstaaten verpflichtend.

Der Europäische Bezugsrahmen für Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQAVET) ist als "Werkzeugkasten" zu verstehen, aus dem die verschiedenen Anwender die Indikatoren auswählen, die ihnen für die Anforderungen ihres jeweiligen Qualitätssicherungssystems relevant erscheinen. Die vorgeschlagenen Indikatoren sind dabei als Orientierungshilfe gedacht. Sie ersetzen nicht die bestehenden Qualitätssicherungssysteme, sondern ergänzen diese und können von den Anwendern des Bezugsrahmens im Einklang mit den nationalen Gegebenheiten ausgewählt und angewandt werden.

Quelle: Berufsbildungsbericht 2011

(1) Änderung d. Redaktion

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