DEQA-VET: Prüfungsaufgaben und Lehrmittel

Prüfungsaufgaben und Lehrmittel

Am Ende der Berufsausbildung steht der Nachweis, dass ein Auszubildender über die nötige berufliche Handlungsfähigkeit in dem erlernten Beruf verfügt. Dazu führen die Industrie- und Handelskammern (IHKs) schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen durch.

Pro Jahr werden vor IHK-Ausschüssen rund 350.000 Abschlussprüfungen abgelegt. Hinzu kommen die Zwischenprüfungen, die der Erfolgsermittlung während der Ausbildung dienen. Die Abnahme von Prüfungen für die anerkannten Ausbildungsberufe ist eine der Kernaufgaben der IHKs. Die Organisation der Prüfungen ist nach dem Berufsbildungsgesetz Aufgabe der IHKs. Die "Bewertungshoheit" liegt dagegen bei den Prüfungsausschüssen: Deren ehrenamtliche Mitglieder nehmen die Leistungen ab, bewerten diese und stellen das Prüfungsergebnis fest. Im Einzelfall beschließen die Ausschüsse auch die Prüfungsaufgaben. Der Prüfungsausschuss ist Organ der IHK; die Handlungen der ehrenamtlichen Prüfer werden juristisch der IHK zugerechnet.

In der Regel werden für die Prüfungen in den IHK-Zuständigkeitsbereichen zentral erstellte Prüfungsaufgaben eingesetzt. Außerdem gibt es – mit Ausnahme von Baden-Württemberg – auch einheitliche Termine für die schriftlichen Abschlussprüfungen.
Folgende zentrale Aufgabenerstellungseinrichtungen wurden eingerichtet, um für die verschiedenen Berufe bundeseinheitliche Prüfungsaufgaben zu entwickeln:

• für kaufmännische Prüfungen
die Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen
www.ihk-aka.de

sowie die Zentralstelle für Prüfungsaufgaben ZPA Nord-West
www.ihk-zpa.de

• für Prüfungen im gewerblich-technischen Bereich
die Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle PAL der IHK Region Stuttgart
www.ihk-pal.de

• für Prüfungen im Druck- und Medienbereich
der Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien
www.zfamedien.de

• für Berufe mit geringen Ausbildungszahlen oder regionalen Ausbildungsschwerpunkten
die sogenannten Leit-IHKs

Neben der Erstellung der Prüfungsaufgaben koordinieren die Aufgabenerstellungseinrichtungen die Publikation der Aufgaben sowie ihre Verteilung an die IHKs.
Die Aufgabenerstellungsausschüsse sind analog Berufsbildungsgesetz paritätisch besetzt. Die ehrenamtlichen Mitglieder werden als Vertreter der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder der Lehrer in den Aufgabenerstellungsausschuss berufen. Voraussetzung für diese Aufgabe ist, dass sie in einem Prüfungsausschuss als Prüferin oder Prüfer tätig sind.
Inhaltlich basieren die Prüfungsaufgaben auf den in den Ausbildungsordnungen formulierten Prüfungsanforderungen sowie dem betrieblichen Ausbildungsrahmenplan und dem schulischen Bundesrahmenlehrplan.

 


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