DEQA-VET: Aus- und Fortbildung

Aus- und Fortbildung

 I. Die IHK-Organisation in der betrieblichen Ausbildung

In der betrieblichen Ausbildung geht es um die Qualifizierung junger Menschen. Die Grundlagen bilden das 2005 novellierte Berufsbildungsgesetz (BBIG) und die bundesweit gültigen Ausbildungsvorschriften für IHK-Ausbildungsberufe. Im Verlauf der Ausbildung werden häufig betriebsinterne Tests durchgeführt; in der Berufsschule werden Klassenarbeiten geschrieben. Entscheidend für den Einstieg ins Berufsleben sind jedoch die IHK-Abschlussprüfungen am Ende der Ausbildung. Damit alle Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer gleiche Chancen haben, regeln die Prüfungsordnungen der IHKs unter anderem die Zulassung zur Abschlussprüfung, die Bewertungsmaßstäbe und die Folgen von Verstößen gegen die Prüfungsordnung. Die Prüfungsaufgaben für die Zwischen- und Abschlussprüfungen der IHKs werden zentral und nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt.
Die Absolventinnen und Absolventen erhalten nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung ein bundeseinheitliches Zeugnis in deutscher und englischer Sprache.

II. Die IHK-Organisation in der beruflichen Fortbildung

In der Beruflichen Fortbildung werden jährlich über 67.000 öffentlich-rechtliche Prüfungen von den Industrie- und Handelskammern (IHKs) abgenommen. Seit 1990 haben mittlerweile insgesamt knapp zwei Millionen Teilnehmer eine sog. Aufstiegsfortbildung besucht. Für über 50 verschiedene Abschlüsse werden zentral bundeseinheitliche Aufgaben erstellt. Bei der Bewertung der Prüfungsleistungen engagieren sich etwa 30.000 ehrenamtliche Prüfungsausschussmitglieder. Die Bestehensquote beträgt insgesamt über 70 Prozent. Regelmäßige Absolventenbefragungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ergeben, dass sich über 80 Prozent der Prüfungsteilnehmer wieder für das gleiche Ziel entscheiden würden. Für über 75 Prozent der Teilnehmer wirkt sich die Aufstiegsbildung positiv auf die weitere berufliche Entwicklung aus.
Die IHK-Organisation hat im Bereich der beruflichen Bildung bereits seit den 1990er-Jahren definierte und regelmäßig überprüfte Qualitätssicherungssysteme eingeführt.

III. Qualitätsanspruch und die Qualitätssicherung der geregelten beruflichen Aus- und Fortbildung

Der Qualitätsanspruch und die Qualitätssicherung der geregelten beruflichen Aus- und Fortbildung setzen sich aus drei Dimensionen zusammen:
1. Die Rahmenbedingungen sind durch Bundesgesetz und Verordnung festgelegt. Zu nennen sind hier an erster Stelle das Berufsbildungsgesetz BBIG sowie die jeweiligen Prüfungsverordnungen als konkrete Ausgestaltung der einzelnen Qualifizierungen. Die Rechtsaufsicht und Beteiligung der staatlichen Stellen durch Bund und Länder sowie der im IHK-Gesetz formulierte Auftrag zur Erstellung eines Angebots legitimieren die Aufstiegsfortbildung als öffentlich-rechtlich.
2. Die Wirtschafts- und Sozialpartner sind durchgehend eingebunden und beteiligt im System der Qualitätssicherung. Dies gilt für den gesamten Ablauf. Die Unternehmensvertreter sind zum einen als Experten von den Unternehmen benannt, zum anderen als Funktionsträger der Wirtschafts- und Sozialpartner in dem System verankert. Damit verbindet sich auch die wesentliche Ausrichtung der Aufstiegsfortbildung am Bedarf der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, da nur das als Prüfung angeboten wird, was auch von den Unternehmen als Kompetenz nachgefragt wird. Gerade die Verbleibforschung zeigt, dass dies gelingt und die Arbeitsmarktfähigkeit nachdrücklich gesteigert wird. Der DIHK führt beispielsweise regelmäßig alle fünf Jahre eine Weiterbildungserfolgsumfrage durch, deren Ergebnisse kontinuierlich veröffentlicht werden. Aktuell veröffentlicht sind die Ergebnisse der 6. Umfrage. Durchschnittlich können 40 Prozent aller Fortbildungsabsolventen der zurückliegenden fünf Jahre angeschrieben werden. 
3. Die Steuerung der Qualitätssicherung ist vergleichbar den Grundsätzen der ISO-Normen. Dies schließt zum einen den systemischen Charakter ein, der Feedback-Schleifen und die ständige Verbesserung der Qualitätssicherung vorsieht. Zum anderen sind konkrete Steuerungs-Verfahren und regelmäßige Auditierungen eingebunden, was im Ergebnis dazu führt, Fehler systematisch erst gar nicht auftreten zu lassen bzw. schnell zu erkennen und beheben zu können.

Die drei Elemente der Qualitätssicherung sind vollständig im Verfahren der Erarbeitung einer Rechtsverordnung fixiert. Dieser Prozess gilt auch für die Erarbeitung von Rechtsvorschriften zwischen den Wirtschafts- und Sozialpartnern auf Bundesebene sowie auf regionaler Ebene durch die einzelnen Kammern.


 

 

 


 


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