DEQA-VET: Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung in Hamburg

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Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung in Hamburg

Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung an den berufsbildenden Schulen in Hamburg

Orientierungsrahmen Schulqualität

Die vielfältigen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung in den Hamburger Schulen wurden 2006 als "Orientierungsrahmen Schulqualität" (Orientierungsrahmen - Qualitätsentwicklung an Hamburger Schulen) in einem einheitlichen normativen Konzept zusammengeführt. Qualität von Schule wurde damit inhaltlich systematisiert und in ihren verschiedenen Dimensionen, abhängig von der Ausgangslage einer Schule, in einen Entwicklungszusammenhang gebracht. In drei Qualitätsdimensionen - "Führung und Management", "Bildung und Erziehung", sowie "Wirkung und Ergebnisse" - werden im "Orientierungsrahmen Schulqualität" die insgesamt 14 Qualitätsbereiche herunter gebrochen. Dabei wird jeder Bereich in zwei bis fünf Qualitätsmerkmalen beschrieben. Diese werden durch Indikatoren konkretisiert und sind Anhaltspunkte für die Schulen bei der Festlegung ihrer Qualitätsstandards. Innerhalb dieses normativen Gestaltungsspielraumes übernimmt jede Schule eine Verantwortung für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung.

Qualitätsmanagement in den berufsbildenden Schulen

Auf der inhaltlichen Grundlage des "Orientierungsrahmens Schulqualität" stellt das "Rahmenkonzept zur Qualitätssicherung und -entwicklung für die berufsbildenden Schulen in Hamburg" sicher, dass in allen berufsbildenden Schulen verbindlich und in einer vorgegebenen Zeitschiene ein umfassendes Qualitätsmanagement eingeführt wird. Das Rahmenkonzept schreibt den Schulen kein Qualitätsmanagementsystem vor. Es definiert sechs Elemente mit entsprechenden Standards, die verbindlich bis zum Schuljahr 2012/2013 einzuführen sind:

  1. mittelfristige Projektplanung
  2. etabliertes Leitbild
  3. Feedbackkultur (Führungsfeedback, Individualfeedback)
  4. etablierte Qualitätsgruppe
  5. regelmäßige interne Evaluation
  6. Qualitätshandbuch.

Mit dem Rahmenkonzept wird einerseits der Heterogenität der berufsbildenden Schulen in ihrer Schulentwicklung Rechnung getragen, indem Freiräume bei der Gestaltung des Qualitätsentwicklungsprozesses garantiert werden; andererseits wird Verbindlichkeit über eine zielgerichtete und systematische Qualitätsentwicklung des Gesamtsystems sichergestellt. Überwiegend orientieren sich die berufsbildenden Schulen in Hamburg an dem Q2E-Modell (Qualität durch Evaluation und Entwicklung) und an dem Verfahren QZS (Qualitätszentrierte Schulentwicklung).

Die zentrale Steuerung des Prozesses übernimmt das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB). Durch Ziel- und Leistungsvereinbarungen (ZLV) zwischen der jeweiligen Schule und der Schulaufsicht werden die Vorhaben und Schwerpunktsetzungen in der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung verbindlich vereinbart. In den Ziel- und Leistungsvereinbarungen werden die Verpflichtungen durch Ziele und Indikatoren formuliert, anhand derer die Erreichung der Ziele gemessen werden kann. Ebenfalls werden eine Evaluation sowie Fälligkeiten  und Berichtspflichten vereinbart.

Schulinspektion als externe Evaluation

Die Schulinspektion als Instanz der externen Evaluation ergänzt die Selbstevaluation der Schulen. Sie evaluiert alle Schulen in einem Rhythmus von vier Jahren und veröffentlicht jährlich einen zusammenfassenden Bericht über die Qualität des Hamburgischen Schulwesens.
Die Inspektion der Schule erfolgt auf der Grundlage des "Orientierungsrahmens Schulqualität". Folgende Methoden werden dabei eingesetzt:

  • Daten- und Dokumentenanalyse,
  • Schriftliche Befragung von Eltern, Schülern, Lehrkräften und Ausbildungsbetrieben,
  • Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aller am Schulgeschehen beteiligten Gruppen,
  • Unterrichtsbesuche und Schulrundgang.

Durch die Schulinspektion werden folgende mittelfristige Ziele verfolgt:

  • Verbesserung der Qualität durch systematische Aufbereitung und Rückmeldung von Qualitätsdaten an die einzelnen Schulen (Feedback-Funktion),
  • Sicherung von Standards der Qualität von Schule und Unterricht (Staatliche Gewährleistung),
  • Verbesserung der Informationsgrundlage über die Qualität des Hamburgischen Schulwesens insgesamt.

Der Jahresbericht der Schulinspektion 2009/10 sowie der Bildungsbericht 2011 stehen im Internet zum Download bereit. 

(Quelle: HIBB Hamburg)


 

 

 

 

 

 

Dokumentation

Anlässlich des 150-jährige Bestehen seines staatlichen beruflichen Bildungswesens richtete Hamburg am 17./18. September 2015 die Fachtagung "Berufsbildung 2020. Entwicklungen gemeinsam gestalten" aus. Sie wendete sich bundesweit an rund 300 bildungspolitische Experten aus Wissenschaft und Politik, Verwaltung und Schulen, Kammern und Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften.

Fachtagung "Berufsbildung 2020"

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Kontakt

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  • Dan Spenhoff - Fachreferent für Qualitätsentwicklung
  • Hamburger Straße 131
  • 22083 Hamburg
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  • Faxnummer: +49 (0) 40 42863 4623
  • E-Mail#NAME?: dan.spenhoff@hibb.hamburg.de
  • Homepage: http://www.hibb.hamburg.de/index.php

Tagung

Hier finden Sie die Tagungsunterlagen der HIBB-Veranstaltung "Eigenverantwortung berufsbildender Schulen zwischen Theorie und Praxis - eine Standortsbestimmung" vom 15.09.2010.