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Education and Training 2020 (ET 2020)

Mit dem 2009 verabschiedeten strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung („Education and Training 2020“; kurz „ET 2020“) haben sich die Bildungsminister der EU-Mitgliedsstaaten - aufbauend auf dem bisherigen Arbeitsprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ - auf folgende vier Schwerpunkte und Zielsetzungen der europäischen Bildungszusammenarbeit für die Dekade bis 2020 geeinigt:

  1. Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
  2. Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  3. Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
  4. Förderung von Innovation und Kreativität - einschließlich unternehmerischen Denkens - auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung.

Zu den wichtigsten Themen und Vorhaben des strategischen Rahmens „ET 2020“ gehören dabei:

  • Entwicklung nationaler kompetenzbasierter Qualifikationsrahmen in Verbindung mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen
  • Schaffung flexibler Lernwege einschließlich eines besseren Übergangs zwischen den verschiedenen Bereichen der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Ausweitung der Mobilität für Lernende, Lehrer und Lehrerausbilder für Lernphasen im Ausland unter Anwendung der Grundsätze der europäischen Qualitätscharta für Mobilität
  • Anhebung des Niveaus der Grundkenntnisse
  • Förderung der Exzellenz und Attraktivität auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Entwicklung wirksamer Qualitätssicherungssysteme.

Die EU-Bildungsminister und die Europäische Kommission legen dem Europäischen Rat zu seinen Frühjahrstagungen regelmäßig gemeinsame Zwischenberichte über die Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele im Bildungsbereich vor. Die Berichtslegung erfolgt auf Grundlage von Beiträgen der Mitgliedstaaten über die auf nationaler Ebene ergriffenen Maßnahmen. Der deutsche Beitrag wird gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz erarbeitet.

Die Kultusministerkonferenz unterstützt den Erfahrungsaustausch innerhalb der Europäischen Union und die Erforschung erfolgreicher Bildungskonzepte z.B. durch Peer-Learning-Aktivitäten. Die Länder wirken in den zur Umsetzung des strategischen Rahmens eingesetzten EU-Arbeitsgruppen, Expertengruppen und einer Reihe von Peer-Learning-Maßnahmen über Bundesratsbeauftragte bzw. von der Kultusministerkonferenz benannte Ländervertreter mit.

Zur Beobachtung von Fortschritten und Ermittlung von Herausforderungen sowie als Beitrag für eine faktengestützte Politik haben sich die Mitgliedsstaaten darüber hinaus auf die folgenden fünf europäischen Durchschnittsbezugswerte (sogenannte „Benchmarks“) geeinigt:

  • Beteiligung Erwachsener am Lebenslangen Lernen: 15% der Erwachsenen sollten am Lebenslangen Lernen teilnehmen.
  • Schüler mit schlechten Leistungen bei den Grundkompetenzen: Der Anteil der 15-Jährigen mit schlechten Leistungen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sollte bis 2020 unter 15% liegen.
  • Erwerb von Hochschulabschlüssen: Bis 2020 sollten mindestens 40% der 30- bis 34-Jährigen einen Hochschulabschluss besitzen.
  • Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger: Bis 2020 sollte der Anteil frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabgänger weniger als 10% betragen.
  • Vorschulbildung: Bis 2020 sollten mindestens 95% der Kinder im Alter zwischen vier Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter in den Genuss einer Vorschulbildung kommen.

Zu diesen Durchschnittsbezugswerten und einer Reihe weiterer Vergleichsindikatoren erstellt die Europäische Kommission jährlich Fortschrittsberichte.

Quelle: KMK (2011)

News

Die Europäische Kommission hat im August 2015 die Prioritäten zur Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung neu formuliert. Vorgeschlagen werden sechs Prioritäten, die wiederrum in konkrete Themen untergliedert sind.

ET 2020 Draft Joint Report (August 2015)

ET 2020 Joint Report Final (Dezember 2015)

 
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