DEQA-VET: Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)

Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)

Innerhalb des europäischen Qualitätssicherungsprozesses (EQAVET) gilt es Brücken zu weiteren europäischen Instrumenten zu schlagen, die in den vergangenen Jahren parallel entwickelt wurden und noch werden. Dazu zählt z.B. auf nationaler Ebene der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR), über den hier erste Informationen zu finden sind.

Im Oktober 2006 verständigten sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Kultusministerkonferenz (KMK) darauf, gemeinsam einen Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) zu entwickeln. Ausgangspunkt war die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur  Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR), der am 23. April 2008 in Kraft trat. Danach sollen nationale Qualifikationssysteme an den EQR gekoppelt werden und bis 2012 alle neuen Qualifikationsbescheinigungen einen klaren Verweis auf das zutreffende Niveau des EQR enthalten. Zudem ist  eine nationale Koordinierungsstelle dafür vorgesehen, die Qualifikationsniveaus der nationalen Systeme mit den Niveaus des EQR zu verknüpfen.

Auf der Grundlage des EQR

Der EQR bildet als Referenzrahmen für lebenslanges Lernen die Leistungen der jeweiligen nationalen Bildungssysteme auf europäischer Ebene in acht Niveaustufen ab. Ziel ist es, mithilfe dieses Übersetzungsinstruments Lernergebnisse aus allen Bildungsbereichen zwischen den Bildungs- und Qualifikationssystemen der Mitgliedstaaten international verständlicher und vergleichbarer zu machen, um so die Mobilität der Arbeitnehmer in Europa zu fördern. Damit die Ergebnisse des deutschen Bildungssystems EU-weit Anerkennung finden können, müssen sie dem EQR durch einen nationalen Qualifikationsrahmen angemessen zugeordnet werden.

Diese Zuordnung soll das bestehende System der Zugangsberechtigungen nicht ersetzen und erfolgt mit der Maßgabe, dass jedes Qualifikationsniveau grundsätzlich auf verschiedenen Bildungswegen erreichbar sein soll. Außerdem berechtigt das Erreichen einer Niveaustufe nicht automatisch zum Zugang zur nächsten Stufe und ist von tarif- und besoldungsrechtlichen Auswirkungen entkoppelt. Die Anerkennungsrichtlinie bleibt durch die EU-Empfehlung zum EQR unberührt.

BMBF und KMK griffen die EU-Empfehlung auf und setzten eine gemeinsame „Bund-Länder-Koordinierungsgruppe Deutscher Qualifikationsrahmen“ (B-L-KG DQR) ein, die beauftragt wurde, den Prozess der Erarbeitung eines DQR zu steuern. An diesem Prozess ist eine Vielzahl von Akteuren beteiligt. Sie kommen aus der allgemeinen sowie beruflichen Bildung, der Hochschulbildung, stammen aus den Reihen der Sozialpartner oder sind andere Expert/innen aus Wissenschaft und Praxis. Zusammen bilden sie mit der B-L-KG DQR den „Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen“ (AK DQR). Dabei werden die entsendenden Institutionen und Gremien laufend über die Arbeitsergebnisse informiert.

Zugänge über verschiedene Bildungswege

Im Februar 2009 legten die B-L-KG DQR und der AK DQR einen ersten Entwurf eines DQR-Diskussionsvorschlags vor. Inhaltlich ermöglicht er die Zuordnung aller in Deutschland erworbenen Qualifikationen – auch die der allgemeinbildenden Abschlüsse. Die DQR-Matrix enthält – wie der EQR – acht Niveaustufen, innerhalb derer die Lernergebnisse (gebündelt in Kompetenzen) abschlussunabhängig beschrieben werden. Grundsätzlich sollen sämtliche Niveaustufen über verschiedene Bildungswege zu erreichen sein. Bei den Niveaustufen 5 bis 8 wurden jeweils parallele Beschreibungen gewählt, die eine Zuordnung von akademischen und beruflichen Qualifikationen ermöglichen.

In einem im Mai 2009 begonnenen Erarbeitungsschritt wurde dieser Diskussionsvorschlag durch die beispielhafte Zuordnung von Qualifikationen auf seine Funktionsfähigkeit geprüft. Die Zuordnung von Qualifikationen erfolgte exemplarisch in vier Berufs- und Tätigkeitsfeldern über alle Niveaustufen hinweg, um bildungsbereichsübergreifend eine höhere Aussagekraft zu gewinnen. Die beruflich-thematischen Bereiche waren Metall/Elektro, IT, Handel sowie Gesundheit. Die Arbeitsgruppenmitglieder wurden z.T. als ausgewiesene Experten sämtlicher Bildungsbereiche (z.B. Hochschulwissenschaftler oder Praktiker aus dem Bereich berufliche Weiterbildung) direkt berufen oder über Institutionen und Verbände in die mit ca. 16 bis 20 Experten besetzten Gruppen benannt.

Ziel dieser Erarbeitungsphase war es, die Strukturen der DQR-Matrix zu überprüfen und mögliche Folgerungen für die Wertigkeit der Beschreibungskategorien zu ziehen. Die Arbeitsgruppen sollten die Argumente für die getroffenen Zuordnungen explizit machen und Einstufungsschwierigkeiten beschreiben, die auf einen Überarbeitungsbedarf bei den Matrix-Formulierungen hindeuten.

Die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen stehen auf der DQR-Website zum Download zur Verfügung.
Über die weiteren und aktuellen Schritte im DQR-Prozess können Sie sich dort ebenfalls informieren.

 

 

Aktuelles

DQR ist eingeführt

Bund und Länder unterzeichnen gemeinsamen Beschluss zur Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen. Der Beschluss schafft die Grundlage dafür, schrittweise ab dem Sommer 2013 erworbene Qualifikationen einem DQR-Niveau zuzuordnen und dieses auf den Qualifikationsbescheinigungen auszuweisen. Bewerbungen und Jobwechsel innerhalb der Europäischen Union sollen dadurch erheblich vereinfacht werden. - 16. Mai 2013

Ausführliche Information


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  • E-Mail#NAME?: dqr@bmbf.bund.de
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  • E-Mail#NAME?: dqr@bmbf.bund.de
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