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Überbetriebliche Berufsbildungsstätten/ Kompetenzzentren

Förderung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten und ihrer Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren

Zum systematischen Ausbau der überbetrieblichen Ausbildungsstätten kam es zu Beginn der 70er Jahre. Ziel war ein flächendeckendes Netz überbetrieblicher Ausbildungsstätten in der Bundesrepublik Deutschland, um regionale, sektorale und betriebsgrößenbedingte Qualitätsunterschiede zu überwinden und damit zur Chancengleichheit in der beruflichen Ausbildung beizutragen.

Das BIBB fördert – entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag laut § 90 Absatz 3 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz – überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) und deren Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren.

Schon seit 1973 werden hierfür umfangreiche Mittel aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt. Ziel der Förderung ist es, kleine und mittlere Unternehmen bei der Qualifizierung ihrer Auszubildenden zu unterstützen oder ihnen die Ausbildung erst zu ermöglichen. Dieses Ziel ist von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung, da ohne die Ausbildung der erforderlichen Fachkräfte das Innovationspotenzial gerade der mittelständischen Unternehmen leidet und so ihre Marktposition gefährdet würde. Vor diesem Hintergrund beteiligen sich auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und die Bundesländer an der Förderung der ÜBS.

ÜBS bieten in diesem Zusammenhang spezielle, die betriebliche Ausbildung ergänzende, Kurse an. Inhalt und Dauer dieser überbetrieblichen Unterweisungen werden hierbei durch die Sozialpartner bestimmt. Im Handwerk ist die Durchführung der überbetrieblichen Unterweisungen zu einem großen Teil Bestandteil der Ausbildungsordnungen und somit rechtsverbindlich und prüfungsrelevant. In der Industrie wird die Durchführung der Kurse entsprechend den konkreten Bedarfen der örtlichen Betriebe festgelegt und mit den ÜBS vereinbart.

Die ÜBS sind damit im deutschen Berufsbildungssystem fest verankert. Sie stellen neben den traditionellen Lernorten im dualen System, Betrieb und Berufsschule, einen dritten Lernort dar, an dem eine systematische Verbindung von Fachpraxis und Fachtheorie gewährleistet wird.

Um die ständige Anpassung der ÜBS an sich ändernde Rahmenbedingungen zu unterstützen, werden seit 2001 auch Fördermittel für deren Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren bereitgestellt. ÜBS sollen hierbei zu Bildungsdienstleistern mit fachlicher Spitzenstellung werden, die neue Qualifizierungsbedürfnisse frühzeitig erkennen und geeignete Bildungsangebote entwickeln, vermarkten und durchführen. Sie sollen hierdurch auch dazu beitragen, dass technologische Neuentwicklungen zeitnah Eingang in die Ausbildung und damit auch in die mittelständische Wirtschaft finden.

Bisher wurde durch die Bundesförderung ein Netz von mehr als 800 ÜBS und 27 Kompetenzzentren errichtet.

Die Förderung umfasst hierbei die Bezuschussung von
• Investitionen zur Modernisierung und Umstrukturierung bestehender
  Gebäude
• Investitionen zur Ergänzung bzw. Anpassung der Ausstattung an den
  technologischen Fortschritt und
• Personal- und Sachausgaben, die bei der Weiterentwicklung zu
  Kompetenzzentren entstehen.


Mit der Neugestaltung der Förderung sind nicht nur finanzielle Verbesserungen verbunden. Die Ansprüche an die Qualität der Bildungsangebote und die Forderung nach wirtschaftlichem Handeln steigen. Eine zeitgemäße  Modernisierung und Umstrukturierung der in großen Teilen 30 Jahre alten ÜBS-Struktur ist ohne verschärfte Bedarfsprüfung und Entwicklung von Qualitätsstandards nicht möglich. Hierzu ist das Zusammenwirken aller Beteiligten erforderlich.

Alexandra Kurz

  • Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Arbeitsbereich 3.4
  • Robert-Schuman-Platz 3
  • 53175 Bonn
  • Telefonnummer: +49 (0)228/ 107-1208
  • Faxnummer: +49 (0)228/ 107-2957
  • E-Mail-Adresse: kurz@bibb.de
  • Homepage: http://www.bibb.de/de/5257.htm

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