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Bildungspolitik der EU

Für die Entwicklung und den Erfolg der wissensbasierten Gesellschaften Europas ist ein hohes Niveau der allgemeinen und beruflichen Bildung unverzichtbar. Daher sind die allgemeine und berufliche Bildung ein wichtiges Element der Strategie Europa 2020. Schon für die Lissabon-Strategie bis 2010 spielten Bildung und Ausbildung eine wichtige Rolle.

Zwar legt jedes EU-Land seine nationale Bildungspolitik selbst fest, doch es gibt auch Herausforderungen,die alle Mitgliedsstaaten betreffen: Überalterung der Gesellschaft, unzureichende Kompetenzen bei Arbeitskräften und globaler Wettbewerb legen gemeinsame Reaktionen auch im Bildungsbereich nahe und es bietet sich an, dass die Mitgliedsländer dabei voneinander lernen. Daher tauschen sich die Mitgliedsstaaten über empfehlenswerte Verfahren aus und legen gemeinsam Indikatoren und europäische Durchschnittsbezugswerte (Benchmarks) fest, um die jeweiligen Fortschritte überprüfen zu können.

Nach Verabschiedung der Lissabon-Strategie wurde im Jahr 2002 mit dem Arbeitsprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ eine neue Grundlage für die politische Kooperation geschaffen. Es bildete die Basis für sämtliche Folgeaktionen in der allgemeinen und beruflichen Bildung und es schrieb ein neues Arbeitsverfahren der Bildungszusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten fest: die sogenannte „Offene Koordinierungsmethode“.

Im Mai 2009 wurde ein Beschluss zur Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit auf EU-Ebene im Rahmen der Offenen Koordinierungsmethode gefasst, als der Rat der Bildungsministerinnen und Bildungsminister den „Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung“ (nach der englischen Bezeichnung abgekürzt als ET 2020) verabschiedete.

Darin haben sich die EU-Bildungsministerinnen und Bildungsminister für die zukünftige Zusammenarbeit bis 2020 folgende Ziele gesetzt: Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität; Verbesserung von Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung; Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns; Förderung von Innovation und Kreativität.

Gleichzeitig haben sich parallel dazu weitere Entwicklungen vollzogen. Im Jahr 1999 riefen 29 Länder den Bologna-Prozess ins Leben, um für Konvergenz zwischen den Hochschulbildungssystemen zu sorgen und bis 2010 einen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Der 2002 unterzeichnete Kopenhagen Prozess verstärkte die europaweite Kooperation in der beruflichen Aus und Weiterbildung. (...)

EU-Arbeitsprogramm/Strategischer Rahmen

Im Februar 2002 haben sich die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Europäischen Union und die Europäische Kommission auf ein gemeinsames detailliertes Arbeitsprogramm in der Bildungspolitik bis zum Jahr 2010 verständigt. Damit wurde in Verbindung mit der Lissabon-Strategie aus dem Jahr 2000 ein umfassender Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung festgelegt. Dieses Arbeitsprogramm bildete die Basis für sämtliche Folgeaktionen in der allgemeinen und beruflichen Bildung, enthielt fünf Benchmarks zur Beobachtung der Fortschritte und schrieb ein neues Arbeitsverfahren fest: Die sogenannte „Offene Methode der Koordinierung“ (...). Die nationalen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung sollten durch ergänzende Instrumente der europäischen Ebene und durch gegenseitiges Lernen verbessert werden.

Mit Hilfe des Arbeitsprogramms sollte erreicht werden, dass Qualitätssteigerungen in den nationalen Bildungssystemen, ein leichterer Zugang zu Bildung sowie eine Öffnung der europäischen Bildungssysteme gegenüber der Welt mit dazu beitragen, dass sich Europa bis zum Jahre 2010 zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ (Ziel der Lissabon-Strategie) entwickeln kann.

Im Mai 2009 haben sich die EU-Bildungsministerinnen und -minister auf die Fortführung und den Ausbau der Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2020 geeinigt. Konkret wurden langfristige Zielsetzungen für das kommende Jahrzehnt gesetzt sowie erste Prioritäten für den Zeitraum 2009–2011 festgelegt.

Das neue Arbeitsprogramm unter dem Titel „Strategischer Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung“ (ET 2020) verfolgt die folgenden vier strategischen Ziele:

Strategische Ziele bis 2020

● Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität
● Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
● Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns
● Förderung von Innovation und Kreativität – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen  Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung

Der Zeitraum bis 2020 wurde in mehrere Zyklen unterteilt. Für den ersten Zyklus 2009–2011 wurden bereits bestimmte prioritäre Bereiche für jedes der vier strategischen Ziele identifiziert. Die Einigung auf diese Prioritäten soll die Arbeitseffizienz verbessern und der Tatsache Rechnung tragen, dass jeder Mitgliedsstaat individuelle Bedürfnisse hat und vor speziellen Herausforderungen steht.

Zur Beobachtung der gemeinsamen Fortschritte einigte man sich zudem auf eine aktualisierte Liste von europäischen Durchschnittsbezugswerten (Benchmarks).

Die einzelnen Beiträge zur Umsetzung dieser Ziele können nur in den jeweiligen Mitgliedsstaaten selbst geleistet werden. Die Vielfalt der europäischen Bildungslandschaft und die Zusammenarbeit innerhalb der EU-Bildungsprogramme stellen hierfür ein breites Spektrum unterschiedlicher Erfahrungen zur Verfügung, welche für die nationalen Prozesse genutzt werden können. Die EU unterstützt diesen Prozess. (...)

(Auszüge aus: EU-Bildungspolitik, Bundesministerium für Bildung und Forschung (Herausgeber), Bonn, Berlin 2010

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