DEQA-VET-Tagung 2011: „Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung – Impuls für die Zukunft“

2010 erhielt Deutschland gute Noten von der OECD: Die Leistungsfähigkeit des dualen Systems wurde positiv beurteilt und aufgrund der arbeitsplatzbezogenen Ausbildung und der Lernortkooperationen für modellhaft angesehen (OECD-Länderstudie). DEQA-VET nimmt dies zum Anlass, um auf der nächsten Jahresfachtagung den Fokus auf den betrieblichen Teil der beruflichen Ausbildung zu richten. Unter dem Titel „Qualitätssicherung in der betrieblichen Bildung – Impuls für die Zukunft“ geht es darum, die Möglichkeiten zu diskutieren, den erreichten Stand zu sichern und in Zukunft qualitativ weiterzuentwickeln.

Bereits 2009 wandte sich die erste Fachtagung DEQA-VETs der Qualitätssicherung in der Berufsbildung zu. Während jene Veranstaltung die Qualitätssicherung an den Übergängen im dualen Ausbildungssystem überblickartig beleuchtete, sollen auf der diesjährigen Tagung die qualitätssichernden Aspekte des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 1. April 2005 in den Mittelpunkt gestellt werden.  Schon vor der Reform des BBiG hatten die zuständigen Stellen eine herausragende Rolle bei der Sicherung der Qualität beruflicher Bildung in ihrem Zuständigkeitsbereich – insbesondere bei der Beurteilung der Ausbildungseignung des ausbildenden Betriebes und des ausbildenden Personals in fachlicher und persönlicher Hinsicht. Für die ca. 350 nach BBIG/HwO anerkannten Ausbildungsberufe sind das vornehmlich die Kammern des Handwerks (HwKen) sowie die der Industrie und des Handels (IHKen).

Diese hervorgehobene Stellung der zuständigen Stellen ist aufgrund der bei ihnen eingerichteten Berufsbildungsausschüsse 2005 weiter gestärkt worden, denn durch diesen Schritt wurden deren Aufgaben in Hinblick auf die Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung erweitert.
Im sechsten Jahr des reformierten BBiG ist es an der Zeit zu fragen, ob und wie weit die Berufsbildungsausschüsse dem durch Gesetz bestimmten Ziel nachkommen und wie die Kammern die Regelungen der §§ 77 ff. BBiG umsetzen. Ebenso von Interesse ist die Frage, ob und wie sich nach sechs Jahren ein Verhältnis der Berufsbildungsausschüsse zu dem jeweiligen nach § 82 BBiG auf Landesebene eingerichteten Landesausschuss für Berufsbildung gestaltet hat, der die Landesregierung in ihrem Bemühen für Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung unterstützen und beraten soll.

Darüber hinaus wird über den Stand der Modellversuchsinitiative Schwerpunkt „Qualität“ und deren Projekte informiert. Der Förderschwerpunkt „Qualität“ zielt darauf ab, die an der Berufsbildung beteiligten Akteure – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – dabei zu unterstützen, die Praxis der Qualitätssicherung durch Entwicklung und Erprobung geeigneter und praktikabler Instrumente zu optimieren sowie die Zusammenarbeit der für die Ausbildung verantwortlichen Akteure und die Professionalität des Bildungspersonals zu verbessern.

Ziel der Veranstaltung ist es zudem, vor dem Hintergrund der europäischen EQAVET-Qualitätssicherungsinitiative zu schauen, inwieweit das BBiG bereits selber als System der Qualitätssicherung verstanden werden kann. Hierbei steht die Frage im Raum:
„Inwieweit kann der europäische „Qualitätssicherungsprozess“ (EQAVET) für das deutsche betriebliche Berufsbildungssystem eine Hilfe sein?“

Datum und Ort der Veranstaltung: 26. Oktober in Bonn
Zielgruppen: Berufsbildungsfachleute aus Politik und Wirtschaft (Fachverbände, Gewerkschaften, Kammern und Bildungsträger)
Ziel der Veranstaltung: Feststellung von Qualitätssicherung im betrieblichen Teil der Berufsbildung vor dem Hintergrund des in Europa zugrunde gelegten Qualitätssicherungsverständnisses. Des Weiteren soll die Qualitätssicherungskultur in Deutschland gefördert werden.

 

 

 

Dokumente

  • Programm
    [PDF - 396,8 kB]

     (URL: http://www.deqa-vet.de/_media/PDF_allgemein/2011_DEQA-VET_Fachtagung_Programm.pdf)

 
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